Wespen, Bienen und Hornissen – nützliche Gartenbewohner

Kaum summt eine Wespe um den Gartentisch, kommt Nervosität auf. Dabei sind Wespen, Wildbienen und Hornissen wichtige Bestandteile unseres Ökosystems. Honig- und Wildbienen bestäuben zahlreiche Wild- und Kulturpflanzen und sorgen dafür, dass Blumen, Obst und Gemüse gedeihen. Wespen und Hornissen bestäuben ebenfalls Pflanzen und tragen als natürliche «Umweltpolizei» zur Regulierung von Insektenpopulationen bei. Sie erbeuten unter anderem Fliegen, Mücken, Raupen und andere Schädlinge.

In der Schweiz gibt es mehrere Wespenarten, aber nur die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) und die Deutsche Wespe (Vespula germanica) interessieren sich regelmässig für süsse Speisen und Getränke. Die übrigen Arten ernähren sich überwiegend von Insekten und anderen natürlichen Nahrungsquellen. Auch Hornissen (Vespa crabro) interessieren sich nicht für unser Essen. Sie jagen vor allem andere Insekten und verfüttern diese an ihre Brut. Ein gut entwickeltes Hornissenvolk kann täglich grosse Mengen an Insekten erbeuten.

Wespen, Bienen und Hornissen sind grundsätzlich friedlich und stechen meist nur, wenn sie sich bedroht fühlen oder ihr Nest verteidigen. Wer einer Wespe begegnet, sollte ruhig bleiben und nicht nach ihr schlagen. Ein feiner Wassernebel kann die Tiere vertreiben, denn die Tropfen werden von den Wespen als beginnender Regen wahrgenommen. Von Tricks wie Zitronen mit Nägeli, Duftkerzen oder brennendem Kaffeepulver, ist hingegen keine zuverlässige Wirkung bekannt.

Die Gemeine und die Deutsche Wespe bauen ihre Nester häufig unterirdisch, etwa in verlassenen Mäuse- oder Maulwurfsbauten. In Siedlungsgebieten nutzen sie auch geschützte Hohlräume wie Dachböden, Storenkästen oder Gartenhäuser. Freihängende Nester werden von anderen Arten gebaut. Die Haus-Feldwespe (Polistes dominula) beispielsweise baut offene, hüllenlose Nester mit sichtbaren Waben. Erkennbar ist sie auch an ihren langen, im Flug herabhängenden gelben Beinen. Hornissen nisten bevorzugt in Baumhöhlen, Schuppen, Dachböden oder anderen geschützten Hohlräumen. Da natürliche Baumhöhlen seltener werden, finden sie geeignete Nistplätze zunehmend auch im Siedlungsraum.
Viele Nester stören niemanden und werden nach einer Saison verlassen. Muss ein Nest wegen seiner Lage, etwa in einem Storenkasten oder in der Wandisolation, entfernt werden, sollte es von Fachpersonen beurteilt und wenn möglich schonend umgesiedelt werden.

Ein Wespen- oder Bienenstich verursacht meist eine schmerzhafte, örtlich begrenzte Reaktion. Für Menschen mit einer Insektengiftallergie kann ein Stich jedoch lebensbedrohlich sein. Die verbreitete Vorstellung, Hornissenstiche seien grundsätzlich besonders gefährlich, ist hingegen falsch.

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) ist eine aus Südostasien stammende, invasive Art. Sie ist etwas kleiner als die heimische Hornisse und überwiegend dunkel gefärbt; die Kopfvorderseite ist orange.

Typisch sind frei hängende Nester in Bäumen mit seitlicher Ein- und Ausflugsöffnung.

Für Menschen ist die Asiatische Hornisse nicht grundsätzlich gefährlicher als die heimische Hornisse. Problematisch ist sie vor allem für die Natur, da sie unter anderem Honigbienen jagt und sich in der Schweiz weiter ausbreiten kann. Verdächtige Sichtungen oder Nester sollten mit einem Foto der Schweizer Meldestelle gemeldet werden: www.asiatischehornisse.ch

Fazit: Wespen und Hornissen sind keine Schädlinge, sondern wichtige Helfer im Garten. Mit etwas Ruhe, Abstand zu den Nestern und einfachen Vorsichtsmassnahmen ist ein friedliches Zusammenleben meist problemlos möglich.