Die Nachtigall

Die Nachtigall
Die Nachtigall ist ein unscheinbarer Singvogel, der vor allem durch seinen aussergewöhnlich melodischen und abwechslungsreichen Gesang bekannt ist. Schon seit Jahrhunderten fasziniert sie die Menschen und findet sich sogar in der Literatur, etwa in Shakespeares „Romeo und Julia“. Besonders auffällig ist, dass vor allem unverpaarte Männchen nachts singen, um Weibchen anzulocken, während der Gesang am Tag hauptsächlich der Revierverteidigung dient.

Äußerlich ist die Nachtigall eher unauffällig: Ihr Gefieder ist überwiegend braun, mit einem rostrot gefärbten Schwanz und einer hellen, graubeigen Unterseite. Ein schwacher weißer Augenring umgibt die dunklen Augen. Männchen und Weibchen sehen nahezu gleich aus, wobei das Weibchen meist etwas größer und schwerer ist.

Die Nachtigall lebt bevorzugt in unterholzreichen Laub- und Auenwäldern, oft in der Nähe von Gewässern. Aber auch in Parks, grossen Gärten oder buschreichen Kulturlandschaften ist sie anzutreffen. Trotz ihres lauten Gesangs ist sie schwer zu entdecken, da sie sich meist gut im dichten Unterholz versteckt. Bei uns singt und brütet die Nachtigall entlang der Panzerpiste, dem Saumgraben und dem Himmelbach.

Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten, Larven, Spinnen und Würmern; im Herbst frisst sie zusätzlich Beeren und Früchte. Als Zugvogel überwintert sie im tropischen Afrika und kehrt im Frühjahr, meist im April, nach Europa zurück.

Die Brutzeit liegt zwischen Mai und Juni. Das Weibchen baut ein gut verstecktes Nest am Boden oder in niedrigem Gebüsch und legt 4–6 Eier, die etwa zwei Wochen bebrütet werden. Die Jungen werden von beiden Eltern gefüttert und verlassen nach rund 12 Tagen das Nest.

Zu den grössten Bedrohungen zählen der Mensch durch Lebensraumzerstörung und Pestizide sowie natürliche Feinde wie Greifvögel, Katzen oder Marder.

Nachtigallenhören mit Patrik Kubli
Der Ornithologe, Patrik Kubli leitet die ca. zweistündige Exkursion, die bei jeder Witterung stattfindet.
Treffpunkt und Start für diese spannende Exkursion am Donnerstag, 7. Mai 2026, 19.00 Uhr, ist bei der «Hündelibrücke» in Niederrüti.
Eine Anmeldung ist nicht nötig – einfach vorbeikommen!